Konzerte der Saison 2022/23

 

  

Sa, 29. Oktober 2022, 19 Uhr
Matthäuskirche Luzern

So, 30. Oktober 2022, 16 Uhr    Abbatiale Romainmôtier

MUSIC OF A ROYAL CHURCH 

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William Byrd, Mass for 4 voices
William Byrd, Miserere mei
William Byrd, Haec dies
William Byrd, Ave verum corpus

 

Thomas Tallis, O nata lux
Thomas Tallis, If ye love me

Richard Farrant, Lord, for thy tender mercy's sake
Richard Farrant, Hide not thou thy face

Robert Parsons, Ave Maria
Thomas Tomkins, When David heard
John Sheppard, The Lord's Prayer

In Luzern zusätzlich mit dem Corund Barockorchester:
Henry Purcell, Incidental Music, Abdelazer or The Moor's Revenge
Henry Purcell, Rejoice in the Lord alway
Henry Purcell, Curtain Tune on a Ground, Timon of Athens
Henry Purcell, My heart is inditing

 

Veranstalter: Ensemble Corund  |  Vorverkauf >

Preise: 50/40/30 

 
 

Sa, 3. Juni 2023, 19.30 Uhr
Stadthaus Winterthur

 

HAYDNS SCHÖPFUNG

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Joseph Haydn | Die Schöpfung
Oratorium für Soli, Chor und Orchester

 

Christiane Karg | Sopran
Reinoud Van Mechelen | Tenor
Tareqf Nazmi | Bariton

Musikkollegium Winterthur
Ensemble Corund

Roberto Gonzalez-Monjas | Leitung
Stephen Smith | Einstudierung Chor


Veranstalter: Musikkollegium Winterthur  |  Infos und Vorverkauf >

Preise: 78/65/43/30 

 

Haydns bahnbrechendes Oratorium in drei Teilen

"Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht." Oh ja, und wie! Bei der Wiener Uraufführung von Haydns Schöpfungs-Oratorium im Jahr 1799 geriet das Publikum an dieser Stelle ausser Rand und Band, und noch immer ist der Effekt überwältigend, wenn Haydn hellstes C-Dur hervorbrechen lässt. Alle ekstatischen Durchbrüche bei Beethoven, Bruckner, Mahler haben hier letztlich ihr Vorbild. Aber noch viel mehr bietet die "Schöpfung": Wunderschöne Arien, prächtige Chorfugen, die reichste und raffinierteste Instrumentierung ihrer Zeit. Haydn hat am Ende seiner Karriere alle Erfahrungen und Mittel zusammengenommen, um einen unvergänglichen Hit zu schreiben. Dies ist ihm gelungen. Und so musste Roberto González-Monjas nicht lange überlegen, mit welchem Werk er die Saison mit dem Thema "Werden" krönen will, schildert Haydn doch das Werden unserer Welt vom "leichten, flockigen Schnee" bis zu den "grossen Walfischen". Und als Zeitgenosse der Aufklärung verzichtet er sogar auf den Sündenfall. Adam und Eva wandeln "Hand in Hand", "mit Würd' und Hoheit angetan" und dankbar gegenüber Gott. Im Jahr 2023 wünschen wir uns zwar, dass Eva ihrem Adam ebenbürtig ist, und nicht länger nur "in froher Unschuld lächelt". Aber um Ungerechtigkeiten zu beheben sind wir ja eben mit "Stärk' und Mut begabt". 

Joseph Haydn feierte mit diesem Spätwerk seinen grössten Triumph: Die Anerkennung, die ihm für das Oratorium «Die Schöpfung» zuteil wurde, stellte all seine früheren Erfolge in den Schatten. In den 1790er-Jahren reiste Joseph Haydn wiederholt nach London, wo er die Oratorien von Georg Friedrich Händel hören konnte und zur eigenen Beschäftigung mit dieser Gattung angeregt wurde: 1798 gelangte schliesslich Die Schöpfung mit grossem Erfolg in Wien zur Uraufführung.

Für Haydn muss die Komposition dieses Oratorium eine grundlegende religiöse Erfahrung gewesen sein, erzählte er doch seinem Biographen August von Griesinger: «Erst als ich zur Hälfte in meiner Komposition vorgerückt war, merkte ich, dass sie geraten wäre; ich war auch nie so fromm, als während der Zeit, da ich an der Schöpfung arbeitete; täglich fiel ich auf meine Knie nieder, und bat Gott, dass er mir Kraft zur glücklichen Ausführung dieses Werkes verleihen möchte.»

Basierend auf den Erzählungen der «Genesis» und John Miltons «Paradise Lost», gehört diese musikalische Schöpfungsgeschichte von Haydn zu den Meisterwerken der Wiener Klassik. Die grossangelegte Komposition für Gesangssolisten, Chor und Orchester ist in drei Teile gegliedert: Auf das Chaos des Urbeginns, das Haydn in einer Orchestereinleitung schildert, folgen im ersten Teil die Erschaffung des Lichts, der Erde, des Himmels und des Wassers.

Mit Witz und grossem Effekt schildert Haydn im zweiten Teil die Erschaffung der Geschöpfe, vom Gewürm und den Insekten bis hin zu den grossen Walfischen und dem brüllenden Löwen.

Der dritte Teil thematisiert das Leben der ersten Menschen Adam und Eva und gipfelt in zwei abschliessenden Lob- und Dankeschören.